Weit mehr als ein Drittel der Autofahrer überzieht den HU-Termin

Korrosionsschaden PKW-Bremsscheibe

Die Tendenz zur Überziehung des HU-Termins steigt weiter an. Besonders Besitzer älterer Autos fahren nach den Prüferfahrungen der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung häufig erst mehrere Monate später zur HU, denn Bußgeld droht erst nach zwei Monaten und ein Punkt erst nach acht Monaten. Bei den HU-Überziehern stellten die Prüfingenieure deutlich mehr Mängel fest, als bei den pünktlich zum Sicherheitscheck erschienen Autos. Je älter der Pkw, desto mehr Mängel an Bremse, Lenkung und Fahrwerk, so die Prüferfahrung der GTÜ. Damit erhöht sich auch das Risiko für die Verkehrssicherheit deutlich.

12 Prozent mehr erhebliche Mängel bei den Überziehern

Mit der steigenden Zahl der Überzieher gehen auch die Zahlen der sicherheitsrelevanten Mängel in die Höhe. Wiesen die von der GTÜ untersuchten und fristgerecht vorgefahrenen Pkw 18,7 Prozent erhebliche Mängel auf, so waren es bei den Autos die drei Monate und mehr verspätet zur HU fuhren bereits 30,4 Prozent, die wegen schwerwiegender technischer Mängel kein HU-Plakette erhielten.

Ein häufiger Grund für die Überziehung dürfte im Wegfall der Rückdatierung des Untersuchungstermins liegen. Seit Mitte 2012 gilt die Prüfplakette am Fahrzeug immer 24 Monate und wird nicht mehr auf den ursprünglichen Fälligkeitstermin rückdatiert. Dies fördert das bewusste Fehlverhalten vieler Autofahrer.

Die GTÜ appelliert an alle Autofahrer, den anstehenden HU-Termin nicht auf Kosten der Fahrzeugsicherheit hinauszuzögern. Denn bei schwerwiegenden technischen Mängeln gefährden sich Autofahrer nicht nur selbst, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Ein Dauerbrenner in diesem Zusammenhang ist die Frage:

Was passiert bei einem Unfall ohne TÜV?

Bei einem selbstverursachten Unfall mit abgelaufener HU zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung die Schäden des Unfallgegners. Stellt sich jedoch heraus, dass das Fahrzeug des Unfallverursachers (ohne gültige HU) zum Unfallzeitpunkt nicht in einem technisch einwandfreien Zustand war, kann grobe Fahrlässigkeit vorliegen. Der Versicherte kann in Regress genommen werden. Das wiederum bedeutet, dassder Unfallverursacher einen Teil der Schadenssumme an den Versicherer zurückzahlen muss.

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